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Die Republik Venedig (venetisch Repùblica de Venessia), auch als "Erlauchteste Republik des Heiligen Markus" bekannt, war ein italienischer Stadtstaat im Norden Italiens, deren Gebiete rund um die Stadt Venedig an der Nordküste der Adria lagen. Sie fungierte lange Zeit als Umschlagplatz zwischen Ost und West und expandierte über die Jahrhunderte ihres Bestehens in den östlichen Mittelmeerraum und auf das italienische Festland, verlor aber mit der Entdeckung Amerikas und der Öffnung neuer Handelsrouten mehr und mehr an Macht und Einfluss.

Geschichte[]

In der etruskischen Zeit existierten an der Lagune mehrere Fischerdörfer, deren Bevölkerung durch Flüchtlinge während der Raubzüge von Alarich dem Westgoten und Attila dem Hunnen anstieg. Knapp 100 Jahre später erreichte ein weiterer Flüchtlingsstrom die Lagune, als die Langobarden in Italien einfielen. Das legendäre Gründungsdatum Venedigs ist der 25. März 421.

Um die bereits vorhandenen Inseln zu vergrößern und bebaubar zu machen, wurden in dichter Formation Ulmen-und Lärchenstämme in den Boden gerammt. Ein Großteil dieser Stämme stammt aus Dalmatien, der heute kroatischen Adriaküste. Der erste Doge Venedigs, Paolo Lucio Anafesto, soll der Tradition zufolge im Jahr 697 ernannt worden sein. Es folgte eine immer größer werdende Unabhängigkeit von Byzanz-Ostrom.

Mit der Regierungszeit von Pietro II. Orseolo (991-1008) erfolgte schließlich Venedigs Aufstieg zur wirtschaftlichen und politischen Großmacht.

Den vierten Kreuzzug (1201-1204) nutzten die Venezianer, um das byzantinische Konstantinopel zu erobern, wohl aus Rache für antivenezianische Aktionen durch den byzantinischen Kaiser. Venedig sollte eigentlich die Schiffe für die Überfahrt der Kreuzfahrer stellen, diese konnten jedoch bei Ankunft in Venedig die Schiffe nicht bezahlen. Um das Unternehmen nicht in einem finanziellen Debakel enden zu lassen, beschloss der Doge Enrico Dandolo, sich am Kreuzzug zu beteiligen. Ziel war jedoch nicht das Heilige Land, sondern zunächst die adriatische Stadt Zadar im heutigen Kroatien. Danach zogen sie vor Konstantinopel und eroberten es im Jahr 1204. Die Kreuzfahrer plünderten die Stadt und richteten ein Massaker an, zahlreiche Beutestücke landeten in Venedig.

In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten errichtete Venedig ein Kolonialreich im Mittelmeerraum, wo es mit anderen Handelsstädten wie Genua und Pisa konkurrierte. Gegen Genua führte Venedig oft mehrjährige Kriege.

1348 starb während der Pestepidemie fast die Hälfte der Bevölkerung Venedigs, 1379 nahmen Genuesen und Ungarn beinahe die Stadt ein, und doch gelang es Venedig, seine Machtposition in der Adria zu behaupten. Es folgten auch zahlreiche Kriege gegen die aufsteigenden Osmanen.

Durch geringere Bevölkerungszahl sowie den Mangel an rohstoffreichen Kolonien, die Entdeckung neuer Kontinente und Errichtung von neuen Handelsrouten wurde Venedig aber schon bald durch die Kolonialmächte Spanien, Portugal, England und die Niederlande wirtschaftlich und machtpolitisch überflügelt, sie degenerierte von einer Großmacht zur Lokalmacht. Viele Patrizier wandten sich der Landwirtschaft auf der Terraferma, dem Festlandbesitz der Republik, zu.

Auf seinem Italienfeldzug bot Napoleon Bonaparte der Stadt ein Bündnis an, welches der Senat ablehnte. Stattdessen unterstützte man einen bewaffneten Aufstand auf dem Festland, als Napoleon gegen die Österreicher zog.

Am 14. Mai 1797 wurde die Stadt von französischen Soldaten besetzt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Große Rat die Republik bereits aufgelöst. Im Friedensvertrag von Campo Formio wurde das Gebiet von Venedig an Österreich übergeben, das dafür das heutige Belgien und die Gebiete links des Rheins and Frankreich abtrat. Zwischen 1805 und 1814 erneut durch Frankreich besetzt, fiel es 1815 zurück an Österreich und wurde 1866 Teil Italiens.

Staatswesen[]

Venedig war keine Republik oder Demokratie im heutigen Sinne, die Macht ging nicht vom Volk aus, sondern von reichen Angehörigen der Patrizierfamilien.

An unterster Stelle der politischen Gliederung stand der Maggior Consiglio (Großer Rat). Ihm gehörten alle männlichen, erwachsenen Nobili (reiche Patrizier) an, er hatte etwa 2000 Mitglieder. Dieser Rat wählte die meisten anderen politischen Institutionen der Republik.

Über dem Großen Rat stand der Senat (Parlament) mit mehr als 100 Mitgliedern. Sie waren vor allem für Außen-und Handelspolitik zuständig.

Der Senat wählte die Collegio, 16 Sekretäre, welche wiederum die Signoria unterstützten.

Die Signoria (Kleiner Rat) war die de-facto-Regierung in der Republik Venedig. Sie nahmen politische, zeremonielle und repräsentative Aufgaben wahr.

Zudem gab es die Quarantia mit ursprünglich 40 Mitgliedern, welche das Berufungsgericht für Fragen des Zivil-und Strafrechts war, und ihren Vorsitz, die Capi della Quarantia, mit drei Mitgliedern.

Der Consiglio dei Dieci (Rat der Zehn), war für die Sicherheit des Staates zuständig. Ihm gehörten 10 Mitglieder plus der Doge und die 6 Mitglieder der Capi dei Sestieri, die Berater des Dogen, an. Diese waren Vertreter der 6 Stadtbezirke von Venedig, San Polo, San Marco, Santa Croce, Cannaregio, Castello und Dorsoduro.

An oberster Stelle stand der Doge, das Staatsoberhaupt von Venedig. Obwohl er das höchste politische Amt bekleidete, durfte er viele Entscheidungen nicht allein treffen. Er wurde vom Großen Rat auf Lebenszeit gewählt.

Assassin's Creed[]

Venedig ist eine der spielbaren Städte in Assassin's Creed 2 und ist ab Sequenz 7 verfügbar.

Zur Zeit des Spiels ist Giovanni Mocenigo Doge von Venedig. Dieser wird von Marco Barbarigo vergiftet, der seinen Platz einnimmt und kurz darauf von Ezio Auditore getötet wird.

In Brotherhood und Revelations ist Venedig eine Multiplayer-Karte.

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